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02.12.2019, Auftakeln von ABORA IV in Patara

Letzte Woche besuchte ich mit Vereinsmitglied Dirk Sprengler die Ausgrabungsstätte Patara um der Archäologin Prof. Havva İşkan bei der Rekonstruktion der ABORA IV zu helfen. Unsere türkischen Freunde hatten zwischenzeitlich die ABORA IV aus Kaş nach Patara überführt – ein sehr aufwendiges Unterfangen.

Über die Bedeutung der künftigen ABORA-Ausstellung führte Prof. İşkan in einem Interview in Patara aus: „Die Verbindung von ABORA und Patara liegt auf der Hand. Schon seit frühester Zeit hatte Patara mit Ägypten engste Verbindungen. Später als Patara der Haupthafen von Lykien wurde, war Patara das Tor zum Ostmittelmeer, das vor allem zu Ägypten engste Beziehungen pflegte. Außerdem kann Patara und das nahe Tholos auf eine uralte Seefahrtgeschichte zurückblicken, denn hierher wurden schon vor mehr als 11.000 Jahren größere Mengen von Obsidian von der Insel Melos transportiert, also ziemlich genau entlang der Route, die auch ABORA IV segelte.“

Die archäologischen Hintergründe, aber auch die enorme Bedeutung von Patara an der kleinasiatischen Küste untermauern, dass diese archäologische Stätte beste Voraussetzungen für eine ABORA-Ausstellung am Endpunkt der Expeditionsroute bietet.

Aus diesem Grund war es so wichtig, den türkischen Kollegen zu helfen, den Rumpf von ABORA IV wieder komplett zu verschnüren, um alles für die noch ausstehende Konservierung vorzubereiten. Die Untersuchungen am Rumpf ergaben, dass das Schilf im Moment noch in einem ausgezeichneten Zustand ist. Es zeigt immer noch keinerlei Anzeichen von Fäulnis. Nach dem Verschnüren setzten wir mit Hilfe der Archäologen die Großaufbauten wieder auf den Rumpf. Diese Arbeiten waren sehr komplex und erforderten die volle Teamfähigkeit aller: Zum einen hatten die Deutschen noch nie mit den Türken zusammengearbeitet und zum anderen hatten die Türken wiederrum keinerlei Erfahrungen im Auftakeln von vorgeschichtlichen Segelschiffen, so dass diese Arbeiten nur unter inniger Kooperation erfolgen konnten. Doch genau darin liegt die „Power von ABORA“, dass sie Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen zusammenbringt, um für ein größeres Ganzes harmonisch zu kooperieren. Das hatte die Expedition mit acht Nationen über das Mittelmeer bereits im Spätsommer eindrucksvoll demonstriert.

Dennoch war das Wiederaufstellen des Mastes sehr aufwendig, so dass die Arbeiten bis tief in die Nacht andauerten. Am Ende gelang das deutsch-türkische Joint Venture und eine fast vollständig aufgetakelte ABORA IV steht von jetzt an imposant in der altertümlichen Stätte von Patara.

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