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14.11.2019, ABORA IV erreicht in Bestzustand Patara

Nun geht es Schlag auf Schlag. Nach der erfolgreichen Bergung des Schilfbootes in Kaş vergangene Woche und der ersten groben Reinigung im Hafen fand heute die Verladung des Rumpfes in der SETUR Marina Kaş statt. Der Aufwand war enorm. Wieder musste massive Technik und jede Menge ‚man power‘ zum Einsatz kommen. Die Bilder zeigen eine Zusammenfassung der wichtigsten Arbeitsschritte unserer Partner aus der Türkei.

Was auf den Videoaufnahmen noch besser zum Ausdruck kommt, ist der Fakt, wie enorm gut unser Rumpf noch erhalten ist. Es sind nur geringe Verfärbungen entlang der ehemaligen Wasserlinie zu erkennen. Sowohl der massige Teil des Schiffskörpers als auch der Vorder- und Achtersteven machen einen ausgezeichneten Eindruck. Man müsste fast unsere türkischen Kollegen bitten, das Floß nächstes Jahr an die afrikanische Atlantikküste zu transportieren, um von Safi noch einmal über den zentralen Atlantik in die Neue Welt zu segeln…

Dieser Wunsch wird so jedoch nicht in Erfüllung gehen, denn in Patara wird die ABORA IV auf eine professionelle Konservierung vorbereitet. Dafür werden eigens aus Izmir die besten Spezialisten der Türkei anreisen, um unsere tapfere ABORA wenigstens für die nächsten Jahre zu konservieren. Danach werde ich nach Patara zurückkehren, um den Archäologen beim Wiederaufsetzen der großen Aufbauten zur Seite zu stehen. Dann wird ABORA IV in die Ausstellungslandschaft aufgenommen.

Patara war die Hauptstadt des Lykischen Bundes und der bedeutendste Hafen dieser Landschaft. Kleinfunde belegen eine prähistorische Besiedlung schon für die Zeit des Chalkolithikums und der frühen Bronzezeit. Noch ältere Obsidianfunde von Melos im Umfeld von Patara können sogar einen Fernhandel am Ende des Mesolithikums (also der Mittleren Steinzeit) um 9.000 v.Chr. belegen. Damit belegt unser wissenschaftliches Experiment aufs Neue, wie alt der trans-mediterrane Fernhandel über das Mittelmeer in Wirklichkeit ist.

Ein weiteres Mal möchte sich das ABORA Team beim  Außen-, Kultur- und Tourismus-minsterien in Ankara bedanken, die keine Kosten und Mühen scheuten, unser Forschungs-schiff für die Zukunft zu retten und in Bälde einem großen Publikum vorzuführen. Über den weiteren Fortgang der „Nach-Expedition“ halte ich Euch auf dem Laufenden.

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