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Ethnobiologie - details

[Translate to english:] Ethnobiologie – das Aufdecken von Wanderungen mittels biologischer Befunde …

[Translate to english:] Seit vielen Jahren führen Wissenschaftler leidenschaftliche Diskussionen über den kulturellen Einfluss altweltlicher Kulturen auf die vorkolumbianischen Völker Amerikas. Die Debatten sind vorwiegend von archäologischen Erkenntnissen geprägt, die die Frage nach einer möglichen Kulturbeeinflussung nicht für alle Wissenschaftler befriedigend beantworten. Den wertvollsten Schlüssel im Auffinden transozeanischer Kulturverbindungen stellt die Ethnobiologie dar. Sie ermöglicht nicht nur das Aufspüren, sondern auch eine ungefähre zeitliche Datierung für die Ausbreitung domestizierter Lebewesen. Menschen haben auf ihren Wanderungen über unseren Planeten immer Pflanzen und Tiere transportiert, die das Überleben in ihrer neuen Heimat sichern sollten. Die Entdeckung gleicher Kultur- und Rauschpflanzen diesseits und jenseits des Atlantiks gilt als Indiz für transatlantische Handelsreisen und ist eines der wesentlichsten Forschungsergebnisse.


Wissenschaftler wiesen in der Mumie Ramses II. Spuren von Nikotin und Kokain nach. Die beiden Rauschmittel verbreiteten sich eigentlich erst nach der Rückkehr von Kolumbus in die Alte Welt. Außerdem entdeckte man im jahrtausendelang verschlossenen Grab von Tut-Ank-Amun Reste des mexikanischen Tabakkäfers. Die Funde des Parasiten der amerikanischen Tabakpflanze deuten an, dass Menschen der Alten Welt spätestens seit dem Altertum Handel mit Ländern der Neuen Welt betrieben haben, denn ein Parasit kann sich nicht aus eigenem Antrieb ohne seine Wirtspflanze vom Golf von Mexiko in den Mittelmeerraum ausbreiten.


Neue DNA-Untersuchungen an halbwilden afrikanischen Flaschenkürbissen dokumentieren, dass diese transatlantischen Kontakte vermutlich noch viel älter sind. Alle umgezüchteten Flaschenkürbisse besitzen ihren Ursprung in Afrika. Sie wurden von hier aus vor ca. 9.000 bis 13.000 Jahren nach Amerika sowie vor ca. 6000 Jahren nach Asien exportiert. Die Frage ist lediglich noch wie diese prähistorische Verbreitung stattfand?


Bereits seit 1997 erforscht Dominique Görlitz in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Börner, Leiter der Genbank des IPK Gatersleben, die Langzeitdriftfähigkeit ausgewählter Kulturpflanzen, von denen vermutet wird, dass sie bereits in prähistorischer Zeit mit Hilfe früher Seefahrer in die Neue Welt verbreitet worden sind. Über dieses Thema promoviert Dominique Görlitz am Institut für Interdisziplinäre Lateinamerika Forschung bei Prof. Dr. Jürgen Böhmer an der Universität Bonn. Die Ergebnisse aller Driftexperimente unterstützen die Hypothese, dass domestizierte Kulturpflanzen nicht monatelang über das Meer treiben und sich vom Menschen unabhängig an fernen Stränden ausbreiten können.

Copyright | Dominique Görlitz •  Dr.-S.-Allende-Str. 46 • D − 09119 Chemnitz | Telefon 0049 - (0)371 725 478 0 | Mobil 0049 − (0)163 - 511 57 66 | dominique.goerlitz@t-online.de

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