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Einbaum

Der Einbaum ist neben dem Floß, Hautboot und Rindenboot eine der vier Grundtypen von prähistorischen Wasserfahrzeugen. Dieses aus einem Baum gefertigte Boot wird in vielen Lehrbüchern als der Vorfahre des ersten Hochseesegelschiffes beschrieben. Der Baumstamm wurde mit Hilfe von Steinwerkzeugen ausgehöhlt. Auch die Zuhilfenahme von schwelendem Feuer zur Aushöhlung und Nachbearbeitung mit scharfen Werkzeugen war eine Möglichkeit den Einbaum anzufertigen. Älteste archäologische Funde sind vor allem in Europa und Afrika bekannt und werden bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. datiert. Dieser Bootstyp wird noch heute in vielen Regionen der Erde verwendet, da er mit einfachen Mitteln leicht hergestellt werden kann. In Nordamerika, Indonesien und Madagaskar findet er sogar noch auf hoher See Einsatz.

Durch Aufsetzen seitlicher Planken, die das Hereinschlagen von Wellen verhindern sollen, entsteht die Piroge. Sie ist seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. im Mittelmeer nachgewiesen. Der älteste archäologische Fund wird datiert auf das 5. Jahrtausend v. Chr. und stammt aus Kamo (Japan). Der Fund beinhaltet einen Einbaum mit aufgesetzten Brettern und sechs Paddeln. Die Piroge ist 6 m lang und ca. 1 m breit.

Die Projektgruppe „Experimentelle Archäologie“ fertigte von 1995 bis 1996 zwei 6 m lange Einbäume aus Pappelholz an. Diese wurden auf dem Wangenheimer Stausee in Thüringen bei Gotha auf ihre Fahreigenschaften auf Binnengewässern getestet. Die Fahrten zeigten, dass dieser Bootstyp gut steuerbar ist und auch gegen die Strömung segeln kann. Weitere Experimente zur Hochseetauglichkeit von Einbäumen erfolgten auf der Ostsee. Durch diese Versuche wurde deutlich, dass Einbäume nur begrenzt seetüchtig sind und ab Windstärke 5 vollschlagen und untergehen können.

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