Seit seiner frühen Jugend beschäftigte sich Dominique Görlitz mit prähistorischem Schilfbootbau. Zuerst baute er mit Schulkameraden kleine Versuchsboote an dem thüringischen Flüsschen Nesse. Erst als Student an der FSU Jena begann er mit Studenten und seiner Lebensgefährtin Cornelia Lorenz nach wissenschaftlichen Vorlagen besegelte Schilfboote zu bauen.
Das erste große Schilfboot fertigte er 1990 anlässlich des 20. Jubiläums der Atlantiküberquerung der RA II an. Das Ziel war die Schwimmfähigkeit des mitteleuropäischen Schilfs und Segelfähigkeit dieses prähistorischen Floßes zu testen. Das Schilfboot DILMUN I wurde aber noch nach Vorbildern altägyptischer Tempeldarstellungen gefertigt, wie es auch Thor Heyerdahl tat. Nach neunwöchiger Bauzeit wurde das 11 m lange und 8 t schwere Schilfboot in Greifswald in der Ostsee zu Wasser gelassen. Aufgrund von der Eigenschaften der ägyptischen Takelung war die DILMUN I nicht mehr manövrierfähig und konnte nur auf Vorwindkursen gesteuert werden. Diese Experiment zeigte dem Forscherpaar, dass die ägyptischen Felsbilder und wie sie Thor Heyerdahl umsetzte, nicht zur Lösung zum Rätsel der Manövrierfähigkeit beitragen können.
Aus diesem Grund führten Cornelia Lorenz und Dominique Görlitz 1992 eine sechswöchige Exkursion in Ägypten durch, um sich persönlich mit alt- und vorägyptischen Schiffsdarstellungen vertraut zu machen. Im Wadi Hammamat wurden sie schließlich fündig und die Entdeckung eines mit Seitenschwertern ausgestatteten Schilfbootes bracht schließlich den Durchbruch.
Es folgte der nächste Versuchsbau mit der DILMUN II am Wangenheimer Stausee 1993. Zum ersten Mal wurde nach vorägyptischen Felsbildern ein Schilfboot mit ein Paar beweglichen Seitenschwertern am Bug, im Mittelschiff und am Heck ausgestattet. Das 6 m lange Floß war mit Hilfe der Seitenschwerter fähig leicht unter 90° am Wind zu segeln.
Ein Jahr später wurde die modifizierte DILMUN II als DILMUN III auf der 1994. Kieler Woche auf ihre Seetauglichkeit getestet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde die DILMUN III durch die Anbringung von einem Paar zusätzlicher Seitenschwerter am Bug luvgierig und die Abdrift konnte reduziert werden. Messungen an der Seekarte bestätigen bereits Segelkurse von 75° gegen den Wind über Grund. Dieser Prototyp lieferte die Grundlage für die späteren erfolgreichen Schilfboote der Baureihe "ABORA".