ABORA III – Auf der Nordroute über den Atlantik
Die Fahrt von Afrika nach Amerika über die Südroute bereitet keine großen Schwierigkeiten. Durch den kräftigen Äquatorialstrom und permanente Passatwinde werden alle schwimmenden Dinge wie von selbst über den Atlantik getrieben. Dazu wären nicht einmal Segel oder eine Mannschaft nötig. Die Frage ist jedoch: Wie kamen die Seefahrer vor 14.000 Jahren zurück nach Afrika? Die Atlantikpassage von Amerika in die Alte Welt führt durch den Nordatlantik entlang des Golfstroms. Diese Nordroute wird nicht zuverlässig durch gleichmäßige Winde unterstützt. Je nach Großwetterlage können überraschende Ostwinde aufkommen. Mannschaft und Schiff müssen viele Tage gegen sie aufkreuzen, sonst würden sie durch den Wind wieder in Richtung Ausgangspunkt der Reise zurückgedrückt. Heutige Schifffahrtsexperten sprechen genau diese Fähigkeit zum Aufkreuzen den steinzeitlichen Seefahrern und ihren Schilfbooten ab. Daraus folgt, dass sie ebenso die Rückkehr über die Nordatlantikpassage vor 14.000 Jahren verneinen. Somit sind auch regelmäßige transatlantische Handelsbeziehungen ausgeschlossen. Die Funde von Tabak und Kokain in ägyptischen Mumien bestärken aber die These früherer Handelsbeziehungen zwischen den Kontinenten. Die Herausforderung liegt nun darin, weitere Beweise zu sammeln, um die Kritiker zu überzeugen. Der globale Austausch ist älter, als wir alle heute glauben! Die Zeit für ein Umdenken ist gekommen.
ABORA III – Fertigstellung und Erprobung in New York
Der Rumpf des Schilfbootes wurde mithilfe der Aymara-Familie Limachi am Titikakasee in Bolivien gebaut und im Frühjahr 2007 nach Amerika transportiert. Er erreichte leider mit etlichen Schäden den engültigen Bauort im Liberty Harbor - New Jersey am Hudsonriver. In diesem Hafen, der gegenüber der Skyline von Manhattan liegt, wurde durch die Mitglieder des Vereins für Experimentelle Archäologie das Schilfboot aufgetakelt. Zwei Kabinen, ein Mast, zwei Steuerruder und 14 Seitenschwerter gehörten zur Ausstattung. Dabei wurde sich nach den Vorgaben auf vorägyptischen Felsbildern gerichtet. Der Stapellauf fand am 8. Juni 2007 in Liberty Harbor statt. Anschließend fanden mehrere Segelversuche auf dem Hudson statt, um die altertümliche Takelage zu erproben und die Crew auf die rauen Bedingungen auf dem Atlantik vorzubereiten. Bei diesen schwierigen Arbeiten untzerstützte sie das amerikanische Unternehmen Aqua-Survey. Am 11. Juli 2007 startete die ABORA III ihre abenteuerliche Expedition am Circle Lines Terminal Westmanhattan in New York. Das öffentliche Interesse war groß, denn zum ersten Mal in der Neuzeit versuchte ein internationales Team, den für unpassierbar eingeschätzten Nordatlantik mit einem prähistorischen Rahsegler zu überqueren.
ABORA III - Mit einem prähistorischen Rahsegler über den Nordatlantik
Am 11. Juli 2007 begann die abenteuerliche Seereise. ABORA III sollte das erste Mal in der Neuzeit den Nordatlantik von West nach Ost überqueren. Die so genannte Nordroute über den Atlantik ist bekannt für schwere Stürme, plötzliche Windwechsel und schwierige Strömungen.
An Bord befand sich ein Team aus elf Personen. Sie stellten sich das Ziel, gemeinsam von New York über die Azoren bis zur Iberischen Halbinsel zu segeln. Nach dem Start wurde die erste Aufgabe gemeistert: Die ABORA III segelte vom amerikanischen Küstenschelf mit seinen Gezeitenströmungen in den Golfstrom. Nach anfänglich günstigen Südwinden wurde die Expedition durch eine fast neuntägige Flaute festgehalten. Deshalb erreichte die ABORA III erst Ende Juli den Golfstrom, mit dem eine Beschleunigung der Seereise erwartet wurde. Der Golfstrom ist im Unterschied zu anderen Meeresströmungen ein meanderndes Strömungsband mit ungleichmäßiger Strömungsrichtung und Geschwindigkeit. Seine Ränder werden durch große Wasserwirbel flankiert, die als "cold water eddy" entgegengesetzt oder als "warm water eddy" mit dem Uhrzeigersinn drehen. Je nach Strömungsrichtung wird die Fahrt beschleunigt oder abgebremst. Die Kaltwasserwirbel sollten trotz der entgegengesetzten Drehung in ihrer Gesamtheit aber auch eine östliche Bewegung besitzen.
Unsere Segelkurse zeigen, dass diese Strömungseffekte den Expeditionsfortschritt am stärksten beeinflussten. Mit Strömungsunterstützung erreichte die ABORA III Spitzenwerte von bis zu 6,2 Knoten und 102 Tagesmeilen. An anderen Tagen bremsten mehrere "cold water eddies" die Fahrt oder zwangen das Boot mehrfach auf einen Kurs quer zu unserer Fahrtrichtung. Auch östlich des 50. Längengrades änderten sich die klimatischen Bedingungen nicht wie erwartet. Das lag vermutlich an dem ungewöhnlich schlechten Sommer 2007. Ab Anfang August wurde das Schilfboot alle zwei bis vier Tage von Tiefdruckausläufern auf dem 41. Breitengrad heimgesucht. Im Monatsverlauf konnte die ABORA III zwei schweren Stürmen mit bis zu 10 Windstärken ohne schwere Schäden Stand halten. Das Schilfboot erwies sich in diesen und anderen heftigen Wetterlagen als absolut hochseetauglich und wetterfest. Selbst Große Wellen von 7 bis 9 Meter Höhe stellten für das Schilfboot kein Hindernis dar.
Am 24. August 2007 nur 850 Meilen vor den Azoren näherte sich aber ein riesiger Zyklon, der fast den gesamten zentralen Nordatlantik ausfüllte. Sturmwarnungen von dem Deutschen Wetterdienst rieten uns, weit nach Süden vom 41. auf den 37. Breitengrad auszuweichen. Die ABORA III konnte noch rechtzeitig vor Einsetzen des Orkans die Südseite des Sturmtiefs erreichen und erhielt so "nur" Winde der Stärke 7. Weil dieses Tief aber über drei Tage andauerte, baute sich eine schwere und vor allem kurze See auf. Dadurch wurde in der zweiten Nacht das Heck stark beschädigt. Die Crew trennte es in den darauf folgenden Tagen ab und das Boot segelte ohne Achtersteven weiter.
ABORA III – Die internationale Crew
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| Name: |
Markus Uhlig |
| Beruf: |
Student, Forstwissenschaften |
| Wohnort: |
Chemnitz, Deutschland |
| Persönlich: |
Markus ist seit zwei Jahren in der Projektgruppe tätig. |
| Segelerfahrung: |
Markus baute sein erstes Schilfboot vor 3 Jahren, nachdem er mit Dominique erstmals in Kontakt kam. Nach einer 14 tägigen Paddeltour auf der Elbe entschied er sich, ein "richtiges" Schilfbootprojekt zu unterstützen. |
| Motivation: |
"Es ist ein richtiges Abenteuer!" |
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| Name: |
Tormod Granheim, Fotograf |
| Beruf: |
Abenteurer & Motivationslehrer |
| Wohnort |
Oslo, Norwegen |
| Persönlich: |
Als professioneller Abenteuer befuhr Tormod als erster Mensch die Nordseite des Mount Everest erfolgreich mit Ski. Außerdem verfügt er über umfassende Kletter-, Ski- und Expeditionserfahrungen von seinen Himalaja- und Alpenexpeditionen. |
| Segelerfahrung: |
Tormod steuerte bereits kleinere Schiffe vor der Küste Norwegens. |
| Website: |
www.tormodgranheim.com |
| Motivation: |
"Nach der Abfahrt vom Mount Everest wollte ich etwas völlig anderes machen. Segeln mit der ABORA III ist definitive eine Herausforderung, jedoch bin ich ebenso neugierig, wie die internationale Crew zusammen arbeiten wird." |
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| Name: |
Peter Schmolke |
| Beruf: |
Geschäftsführer, Software Entwicklungsunternehmen |
| Wohnort: |
Gotha, Deutschland |
| Persönlich: |
Peter ist Diplommathematiker und erfolgreicher Unternehmer in der europäischen Softwareentwicklungsbranche. |
| Segelerfahrung: |
Peter verfügt über Segelgrundkenntnisse. |
| Motivation: |
"Bereits als Kind träumte ich von Segelabenteuern. Während meiner gesamten Karriere wollte ich immer andere Menschen inspirieren und erfolgreich sein." |
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| Name: |
Ingo Isensee, Kameramann |
| Beruf: |
Medientechniker |
| Wohnort: |
Dresden, Deutschland |
| Persönlich: |
Ingo studierte Medientechnik und arbeitet jetzt als Kameramann und Techniker für verschiedene Rundfunkanstalten und Veranstaltungsausrichter. |
| Segelerfahrung: |
Ingo war bereits Crewmitglied auf ABORA I & ABORA II. |
| Website: |
www.ingo-isensee.de |
| Motivation: |
"Nach all den Erfahrungen die wir bereits mit ABORA I & II gemacht haben bin ich gespannt, wie sich ABORA III auf dem Atlantik verhält." |
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| Name: |
Andrea Müller |
| Beruf: |
Studentin |
| Wohnort: |
Chemnitz, Deutschland |
| Persönlich: |
Nach dem Andrea zwei Jahre in Frankreich lebte, studiert sie seit 2006 Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften an der Technischen Universität Dresden. |
| Segelerfahrung: |
Andrea sammelte erst in New York auf den Testfahrten der Abora III Segelgrundkenntnisse. |
| Motivation: |
"Ich fahr mit! Das Abenteuer kann beginnen!" |
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| Name: |
Dominique Görlitz, Projektmanager / Expeditionsleiter |
| Beruf: |
Biologe und Experimentalarchäologe |
| Wohnort: |
Chemnitz, Deutschland |
| Persönlich: |
Dominique arbeitet auf dem Gebiet der experimentellen Archäologie, Biologie und Vegetationsgeographie. In Zusammenarbeit mit dem IPK Gatersleben promoviert er an der Universität Bonn zum Thema Transatlantischer Kulturpflanzenverbreitung |
| Segelerfahrung: |
Dominique ist vermutlich der erfahrenste Schilfbootexperte. Er segelte schon als Kind mit Schilfbooten, führte später verschiedene Segelexpeditionen durch und entdeckte auf vorzeitlichen Felsbildern die Seitenschwert-Segeltechnik. |
| Website: |
www.abora3.com |
| Motivation: |
"Ich hoffe, den ultimativen Beweis zu erbringen, dass bereits in der Vorzeit eine hoch entwickelte Seefahrt existierte." |
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| Name: |
Sabrina Lorenz |
| Beruf: |
Archeometrie Studentin |
| Wohnort: |
Dresden, Deutschland |
| Persönlich: |
Sabrina arbeitete bereits als wissenschaftliche Taucherin und als Touristenführer in Frankreich. |
| Segelerfahrung: |
Sabrina war bereits im Bauteam der ABORA II Expedition. |
| Motivation: |
"Mich fasziniert der Atlantik, weil es da noch viele unentdeckte Geheimnisse gibt. Das Abenteuer wird eine einmalige Lebenserfahrung." |
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| Name: |
Mark Hobert |
| Beruf: |
Biologe |
| Wohnort: |
Bovenden, Deutschland |
| Persönlich: |
Mark ist als Biologe schon immer vom Meer fasziniert. Unsere "Projektmischung" aus Schilf, Wasser und Abenteuer ist für Ihn genau das Richtige. |
| Segelerfahrung: |
Bis auf die Testfahrten auf dem Hudson River zwischen New York und New Jersey hat Mark keine Segelerfahrung. |
| Motivation: |
"Dies ist die Chance auf das größte Abenteuer meines bisherigen Lebens. So etwas darf nicht ungenutzt bleiben!" |
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| Name: |
José "Joe" Valmana |
| Beruf: |
Hypotheken- und Immobilienmakler |
| Wohnort: |
Cuba, lebt in Miami, Florida |
| Persönlich: |
Joe wurde in der Slowakei geboren. Aufgewachsen ist er in Cuba. Später studierte er in Russland, und lebt jetzt mit seiner Familie in Miami. Vier Sprachen fließend sprechend ist er unser "Multikulti-Boy" an Bord. |
| Segelerfahrung: |
Joe verfügt über Segelgrundkenntnisse. |
| Website: |
www.valmana.com |
| Motivation: |
"Ich liebe Geschichte und habe in meiner Kindheit Thor Heyerdahl Bücher gelesen. Ich akzeptiere widrige Umstände, um historische Nachweise zu bestätigen, die von der Allgemeinheit nicht anerkannt werden." |
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| Name: |
Thomas "Banner-Man" Wittka |
| profession: |
Ingenieur |
| Wohnort: |
München, Deutschland |
| Persönlich: |
Thomas ist im "normalen" Leben Fahrzeugingenieur. Als Taucher und Ruderer fühlt er sich vom Wasser angezogen und ist fasziniert von individuellen Herausforderungen. |
| Segelerfahrung: |
Thomas arbeitet bereits seit 1996 mit Dominique zusammen. Er war bisher an fast allen Expeditionen beteiligt und zählt zu unseren alten Hasen. |
| Motivation: |
"Mich faszinieren die technischen Möglichkeiten, die es bereits Menschen in der Frühgeschichte ermöglichte, hochseetüchtige Boote zu bauen. Außerdem ist es eine einmalige Chance auf Lebenserfahrung und Abenteuer." |
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| Name: |
Mike Polzin |
| Beruf: |
Segellehrer |
| Wohnort: |
Bad Hindelang, Deutschland |
| Persönlich: |
Mike lebte 20 Jahre auf Korsika und arbeitete als Segellehrer. Jetzt ist er zurück in seinem geliebten Bayern und unterstützt seitdem das ABORA Team. |
| Segelerfahrung: |
Mike ist seit ABORA I mit dabei und bringt all seine Segelerfahrungen als "Bootsmann" ein. |
| Motivation: |
"Seit meinem ersten Kontakt mit Dominique 1999 ziehen mich Schilfboote magisch an. Ich musste einfach wieder dabei sein!" |
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ABORA III - Schiffsumbau mitten im Ozean
Eine Woche nach dem großen Sturm hat die Mannschaft der ABORA III aus ihrem beschädigten Floß wieder ein richtiges Segelboot gebaut. Die Verkürzung des Bootes führte zu einer starken Luvgierigkeit (Neigung des Schiffes, gegen den Wind zu fahren). Um diesen Mangel auszugleichen, zog der Expeditionsleiter altägyptische Tempeldarstellungen und Schiffsbilder von griechischen Vasen heran, um das Schilfboot wieder segelklar zu bekommen.
Die Segelergebnisse nach der Reparatur übertrafen alle Erwartungen. Es konnte wieder volles Segel gesetzt und bis 100° quer an den Wind gefahren werden. Mit besserem Wetter stieg die Hoffnung doch noch wenigstens die Azoren zu erreichen. Durch die Arbeiten am Schilfrumpf konnte ein weiteres Verlieren von Totora verhindert und der Auftrieb stabilisiert werden. Lediglich die Achterhütte hing ein wenig schräg im Wasser. Um die Sicherheit zu garantieren, wurde von den Azoren ein großes Begleitschiff geordert.
Nur zwei Tage nach der Instandsetzung und dem Umbau der sturmgeprüften ABORA III überraschte die internationale Crew ein weiteres starkes Tiefdruckgebiet. Die Tatsache, dass alle neuen Einrichtungen lediglich Provisorien waren, die nur bis 4 Windstärken standhalten würden, machte alles Weitere zu absolutem Neuland. Durch die bestmögliche Vorbereitung hielten alle Einrichtungen sogar dem Druck der Wellen und des Windes des nächsten Tiefs mit Windstärke 5 stand.
Doch als der Wind von mittleren 19 kn bis auf 26 kn anstieg, baute sich innerhalb von zwei Stunden eine hohe und kurze Welle auf. Die altägyptische Steuervorrichtung hielt diesen Belastungen nicht stand und brach auf der Luvseite. Der Umbau des Schiffes, das ausbleibende Azorenhoch und die erhöhte Wahrscheinlichkeit erneuter Tiefdruckgebiete veranlassten den Expeditionsleiter das Experiment 550 Seemeilen vor den Azoren zu beenden.
ABORA III - Segelerfahrungen auf einem vorzeitlichen Rahsegler
Der Crew war die großartige Erfahrung vergönnt, die Segelfähigkeit eines prähistorischen Rahseglers im Nordatlantik zu erforschen. Sie durfte erleben, wie sich bestimmte Konstruktionen unter Sturm in hoher See bewährten, andere wiederum den Belastungen des Nordatlantiks nicht Stand hielten. Die Erfahrungen aus der ungefähr 2400 Seemeilen langen Expedition liefern neue bisher nicht bekannte Erkenntnisse über die Ausbreitungsmöglichkeiten vorzeitlicher Kulturvölker. Die dokumentierten Beobachtungen und technischen Messungen der ABORA III - Expedition führen zu der Einschätzung, dass frühgeschichtliche Kulturen mit Schilfbooten den Nordatlantik überqueren konnten.
Weiterhin gibt es schon klare Erkenntnisse, die zum Abbruch des Achterstevens führten. Dennoch bescherte dieses unerwartete Ereignis die Möglichkeit, ein havariertes, manövrierbehindertes Schiff mitten im Atlantik umzubauen und damit die Seereise fortzusetzen.
Das geografische Ziel hat die ABORA III leider nicht erreicht. Dem stehen jedoch die Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellungen und der enorme Fundus an neuen Erkenntnissen entgegen. Die Beendigung der Fahrt der ABORA III sollte nicht das gesamte Forschungsgebiet in Frage stellen, was gerade erst am Anfang eines langen Lernprozesses steht. Das Nichterreichen der spanischen Küste ist kein Grund transatlantische Seereisen auszuschließen. Früher wurden Atlantiküberquerungen sicherlich nicht in einem einzelnen Schilfboot gemeistert, sondern immer in Gruppen. Genaue Zahlen, wie viele Boote gestartet und wie viele tatsächlich ihr Ziel erreichten, liegen jedoch noch nicht vor.
Die Fahrt der ABORA III hat außerdem gezeigt, dass Segelsport, Wissenschaft und Teamarbeit eine hervorragende Symbiose eingehen können, um bisher ungelöste Fragen der Archäologie zu beantworten.