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Atlantik-Überquerung in der Steinzeit?
Filmpremiere zu Forschungen von Abora III bis zum Marmorglobus aus Gotha

Von Wolfgang Möller

Gotha. Wurde Amerika schon vor Kolumbus entdeckt? Zu dieser Problematik wiesen Didgeridoo- und Trommelklänge am Mittwochabend zahlreichen Zuschauern den Weg ins Gothaer Kulturhaus. Der Weltbürger und Experimentalarchäologe Dominique Görlitz war zum wiederholten Male Gastreferent in seiner Geburtsstadt. Auf dem Programm stand die Uraufführung des Films „Ungelöste Rätsel der Entdeckergeschichte“. Ein besonderer Schwerpunkt war dabei der kleine Marmorglobus von 1533 aus der Kunstkammer der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Dieser spielt eine Schlüsselrolle bei den Forschungen des thüringisch-sächsischen Vereins für experimentelle Archäologie und Forschung zum prähistorischen Kulkturaustausch zwischen der Neuen und der Alten Welt.

Görlitz bewies bei der Einführung, dass er den Fünf-Sterne-Rednerpreis, Kategorie „Special Award“ im Dezember 2011 zu Recht erhalten hat. Die Fakten und Emotionen zu den Herzblutprojekten des studierten Pädagogen sprudelten nur so aus seinem Mund heraus. Er fragte sich selbst: „Warum lässt sich das Abora-Experiment so weit ausdehnen, wo doch schon bewiesen ist, dass ein Schilfballen schwimmen ...“ und mit Seitenschwerttechnik gegen den Wind segeln kann? Die vorläufig letzte Abora-Expedition von 2007, die wetterbedingt abgebrochen werden musste, gab den Impuls. Vereinsmitglied Gunter Lencer aus Gotha hatte ihm einige kartographische Bücher für freie Stunden an Bord mitgegeben. Beim Studium derselben musste der Crew-Chef seine bislang gehegte Meinung über den wissenschaftlichen Wert historischer Kartenwerke revidieren.

Die Spur führte ihn dann mit seiner Lebensgefährtin Cornelia Lorenz und einem ZDF-Team ins Schloss Friedenstein. Dort trauten sie ihren Augen nicht, als sie auf dem handgroßen Marmorglobus unbekannter Herkunft die Darstellung eines ägyptischen Schiffstyps aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. sowie die detailgetreuen Umrisse Südamerikas und der Antarktis entdeckten. Weitere Recherchen in Karten des frühen 16. Jahrhunderts (Waldseemüller, Piri Reis und Finaeus) führten zu der Schlussfolgerung, dass „die Kartographen unmittelbar nach Entdeckung der Neuen Welt die Westküste Südamerikas darstellten, obgleich europäische Seefahrer deren Küstenverlauf erst Jahrzehnte später erkundeten, [und] ... dass die Entdeckergeschichte möglicherweise ganz anders verlief“ (Görlitz, D.: Ungelöste Rätsel der Entdeckergeschichte, S. 8).

Görlitz vertritt die Hypothese, dass schon die Hochkulturen des Altertums mit den Völkern jenseits des Atlantiks in einem Kulturaustausch standen und somit das „Global Village“ gründeten. Der Film präsentiert neueste Erkenntnisse, dass bereits die Zivilisation des Altertums über weitaus mehr Wissen zur Gestalt der Erde verfügte, als es die Geschichtsforschung bisher akzeptiert. Mit dem Untergang der Hochkulturen ging das Wissen weitgehendst verloren. „Nicht Klimawandel oder Technologieeinflüsse führten zu den unzähligen kulturellen Abstürzen, sondern menschliches Fehlverhalten.“

Darüber wurde dann auch in der Pause und nach der Premiere diskutiert. Mancher Zuschauer stellte sich die Frage, wie schafft es Dominique Görlitz neben seinen kartographischen und frühgeschichtlichen Schiffbau-Studien sowie den Abora-Expeditionen nun noch eine Dissertation an der Uni Erlangen-Nürnberg zu schreiben? Der Abenteuerwissenschaftler ist mit seinem Film in den nächsten Wochen landauf landab ein gefragter Referent. Zum 100. Geburtstag seines großen Vorbildes Thor Heyerdahl im Jahr 2014 gibt es eine neue Filmpremiere – in 3 D, zur Expedition mit Abora IV – zunächst im Science-Center des Liberty State Parks New York, danach auch sicher wieder in der Heimat- und Kartographiestadt Gotha.

Dominique Görlitz und sein Gothaer Mitstreiter Peter Schmolke bei der Vorbereitung der Filmvorführung. Foto: Wolfgang Möller tl_files/abora_pics/2012/Marmorglobus 006.jpgDominique Görlitz und sein Gothaer Mitstreiter Peter Schmolke bei Die Filmpremiere war für Dominique Görlitz (links) ein „Heimspiel“; der Vorbereitung der Filmvorführung. hier mit Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) und
Foto: Wolfgang Möller Vereinsfreund Peter Schmolke (Gotha).
Foto: Wolfgang Möller

 

Dominique Görlitz erhält 5 Sterne Rednerpreis 2011

tl_files/abora_pics/2011/IMG_1197.pngtl_files/abora_pics/2011/Signet_2011_SpecialAward_1024px.pngtl_files/abora_pics/2011/Special_Awarde_2011.png

 

Seit März diesen Jahres hält Dominique Görlitz für die 5 Sterne Redner Agentur in Dillingen Vorträge im In- und Ausland. In dieser Agentur sind Experten aus verschiedenen Bereichen engagiert, wie z.B. Sport, Kultur, Business und Marketing – unter anderem Katherina Witt, Cherno Jobatey oder Dieter Thoma. Dieses Wochenende fand die Weihnachts- und Abschlussfeier in Leipheim/Bayern statt. Für Dominique als "New Comer" erhielt er völlig überraschend den 5 Sterne Rednerpreis in der Kategorie "Special Award 2011“. Es ist nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine wichtige Anerkennung für ihn, da er seit wenigen Monaten im 5 Sterne Redner Team eine neue Heimat gefunden hat. Deshalb ein großes Dankeschön an den Geschäftsführer der 5 Sterne Agentur Heinrich Kürzeder sowie dem 5 Sterne Rednerteam auch im Namen des ABORA Teams!



Herzliche Grüße

Dominique

 

13. Thüringen Tage in Gotha

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Die ABORA Projektgruppe nahm mit einer DILMUN IV Ausstellung anlässlich des 13. Thüringen Tages in Gotha. Mehr als 209.000 Besucher kamen in die thüringische Residenzstadt, um sich von den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt begeistern zu lassen. Für die in Gotha gegründete ABORA-Projektgruppe natürlich ein willkommener Anlass an diesem Event teilzunehmen.

Als besondere Gäste reisten eigens aus Bolivien Roxana & Porfirio Limachi an, die uns das neue Modell der ABORA IV überreichten. Außerdem erhielten wir Besuch durch die Ministerpräsidentin Thüringens Ilse Lieberknecht und durch den OB Knut Kreuch. Als weiterer VIP reiste Dr. William Gheen aus Washington an, der als Archäologe im CRC des Smithsonian Institute in Washington arbeitet.

Des Weiteren gab es sehr interessante Gespräch mit der Kreissparkasse Gotha, die uns auch in diesem und nächsten Jahr weiter fördern wollen. Dafür vielen Dank an Gunter Lencer, der diese Gespräche eingerührt hat! Großen Dank auch an die Familie Usbeck, die uns bei der Unterbringung unserer internationalen Gäste sehr unterstützte.

Ministerpräsident und OB Kreuch

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Abora IV Modellbau

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Internationale Gäste

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Thüringer Allgemeine 13.07.2011

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Angeblich gibt das Meer nichts wieder her…

Bahamas, 19. Oktober 2010

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Es klingt unglaublich. Doch es ist wahr! Drei Jahre nach dem vorzeitigen Ende der ABORA III Expedition finden zwei US Amerikaner am Strand der Bahamas eine angespülte Flasche. Auf den ersten Blick sieht sie mitgenommen aus. Doch eine Beschriftung lässt die beiden Entdecker Chris Brand und Jack Bowers neugierig werden. Sie bergen das Treibgut und stellen fest, dass sich im Inneren eine Botschaft befindet. Schnell begreifen sie, dass ist eine Flaschenpost.

Für die meisten Menschen ist die Seefahrt ein Abenteuer ins Ungewisse. So betrachten Wissenschaftler und Historiker Hochseereisen in die Vorzeit immer noch als nicht machbar und zu gefährlich. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden frühe Entdeckungsreisen mit zahllosen Opfern bezahlt worden sein. Doch ist das tatsächlich ein Grund das Wagnis Hochseereise zu unterlassen?

Als die Crew der ABORA III ungefähr 800 km vor den Azoren ihr Expeditionsschiff verlassen mussten, war allen Beteiligten klar, dieser Schiffbruch basierte auf neuzeitlichen Unzulänglichkeiten und nicht auf der Technologie der vorzeitlichen Seefahrt. In erster Linie führte der Mangel an ausreichend finanzieller Förderung zum Nichterreichen des geographischen Expeditionsziels. Die Abbergung des Schilfbootes am 5. September 2007 war somit vermeidbar gewesen. Doch das Meer verzeiht nichts, und damit hat die Crew das Schicksal vieler früherer Seeleute geteilt. Ein probates Mittel, um in solch misslicher Situation Hilfe zu erbitten, war in der Frühzeit das Aussenden einer Flaschenpost. Sicherlich war die Wahrscheinlichkeit, in der Ferne erhört zu werden, gering. Dennoch zeigen etliche Beispiele aus der Seefahrtsgeschichte, dass solche Ereignisse auch erfolgreich beantwortet wurden.

Ein lebendiger Beweis für solche Hilferufe stellt die Entdeckung der Flaschenpost der ABORA III Crew dar. Nach dem Heckabbruch stellten Mark Hobert, Sabrina Lorenz, Markus Uhlig, Andrea Müller und andere Mitsegler einige Tage vor dem schweren Orkan, der der ABORA III so sehr zusetzte, eine Botschaft an die Außenwelt dar, in der sie Name des Schiffes, die Webseite und die Position am Tage des Aussendung manifestierten. Keiner der beteiligten Mitsegler hatte ernsthaft an einen Wiederfund geglaubt. Doch am 19.10.2010 findet dieses unglaubliche Ereignis statt. Im Originaltext heißt es:

About 1100 days since 'day 53' and roughly 2000 miles from the launch point of 36.8N 42.433W. Its ironic that I'm replying via e-mail after flying 2000 miles round-trip on modern jets from Cleveland, Ohio, USA to find your message, while you traveled 2000 miles in 53 days on a prehistoric reed boat to send your message…”

Ungefähr 1100 Tage seit ihrer ´53 Tage` und rund 2000 Meilen Reise vom Startort 36.8 N 42.433W. Es ist ironisch, dass ich via E-mail antworte nach dem ich 2000 Meilen in modernen Jets von Cleveland, Ohio, USA geflogen bin, um Eure Botschaft zu finden, während ihr 2000 Meilen in 53 Tagen auf einem vorgeschichtlichen Schilfboot gefahren seid, um eure Flaschenpost zu senden…”

Dieser Fund zeigt, nichts ist auf dieser Welt unmöglich. Dabei hat er nicht nur für das ABORA Team, sondern auch für die Wissenschaft eine große Bedeutung. Er demonstriert, dass im Golfstrom treibende Objekte nicht unbedingt in die Alte Welt treiben mussten. Ein Großteil der warmen Wassermassen, die der Golfstrom in Richtung Europa transportiert, werden wieder in den Süden und damit nach Amerika zurück transportiert. Für die Invasionsbiologie könnte dieser Befund von großer Bedeutung sein, denn der Expeditionsleiter Dominique Görlitz forscht seit vielen Jahren an der ungeklärten Ausbreitung von amerikanischen Tabak- und Cocapflanzen ins Alte Ägypten. Ihre Inhaltsstoffe wurden dort vielfach in ägyptischen Mumien nachgewiesen. Doch ihr Vorkommen ist eigentlich unmöglich, weshalb einige Wissenschaftler meinen, dass sich diese Kulturpflanzen durch Strömungen auch menschenunabhängig hätten ausbreiten können. Der Fund der Flaschenpost zeigt nun, dass ein passiv im Golfstrom treibendes Objekt nicht automatisch in die Alte Welt und schon gar nicht ins Niltal treibt. Sind also doch frühgeschichtliche Seehändler für deren Einfuhr ins pharaonische Ägypten verantwortlich?

Diese Frage ist noch nicht abschließend zu beantworten. Doch der Fund an den Bahamas lässt hoffen, dass man vielleicht auch vom Mutterschiff in den nächsten Wochen noch irgendwelche Reste finden wird. Für interessiert ist die Position des Fundortes und der Link angegeben, an dem Chris und Jack die aufsehend erregende Entdeckung gemacht hatten:

26.23 N 77.16 W und www.panoramio.com/photo/22626391

Das ABORA Team ist an allen Informationen, die Sichtungen oder weitere Funde betreffen, sehr interessiert, und bedankt sich mit dieser Presseerklärung ganz herzlich den beiden amerikanischen Entdeckern.

 

original Fundstelle

19. August 2010

abora 19.08.2010

06. - 22. März 2010

ABORA in einer beeindruckenden Ausstellung kennen lernen

Vom 6. bis 22. Mai 2010 zeigt das Chemnitz Center die Wanderausstellung der ABORA-Projektgruppe in einem völlig neuen Design. Im Zentrum der Ausstellung stehen spannende Themen wie Archäologie, Astronomie und Kartographiegeschichte. Alle ABORA-Expeditionen und ihre wissenschaftlichen Hintergründe werden dem Besucher auf großen Schautafeln vorgestellt und mit faszinierenden Fundobjekten näher gebracht. So werden erstmals bis zu 40.000 Jahre alte Steinwerkzeuge zu sehen sein, die neuzeitlichen Arbeitsmitteln gegenübergestellt werden. Ein besonderes Highlight stellen die interaktive Präsentation des Schilfbootes DILMUN IV wie auch die Wasserung eines steinzeitlichen Einbaums dar, das von Besuchern, insbesondere den Jüngeren, in einem Wasserbassin sogar erprobt werden kann. Mitglieder des Vereins für Experimentelle Archäologie und Forschung e.V. werden die Ausstellung betreuen, so dass interessierte Besucher jederzeit Fragen an die Fachleute hinter dem Projekt stellen können. Die Eröffnung findet am 6. Mai 2010 um 11 Uhr statt.

23. März 2010

Abora in den USA

Dominique nutzte die Zeit in New York, um die englische Version des Films „Die ABORA-Saga“ mit Unterstützung unserer amerikanischen Freunde zu synchronisieren. Das fertige Produkt präsentierte er anschließend auf der Mid Atlantic Conference in New York. Hier hielt Dominique einen Festvortrag, den unser amerikanischer Sponsor Aqua Survey vermittelt hatte.

Dominique nutzte die Zeit in New York, um die englische Version des Films „Die ABORA-Saga“ mit Unterstützung unserer amerikanischen Freunde zu synchronisieren. Das fertige Produkt präsentierte er anschließend auf der Mid Atlantic Conference in New York. Hier hielt Dominique einen Festvortrag, den unser amerikanischer Sponsor Aqua Survey vermittelt hatte.

Beim alljährlichen Explorers Club Treffen 2010 (ECAD) stellte Dominique Görlitz die neue ABORA Saga Norman Baker vor. Norman Baker war Skipper auf RA & TIGRIS, und er taufte 2007 die ABORA III im Liberty Harbor Marina in Jersey. Mit großem Interesse schaute er sich den neuen ABORA Film im renommierten Club an…


15. Januar 2010

Ein Schilfboot auf reisen

Anker gelichtet


09. Januar 2010

Ein Lebenswerk auf Leinwand

Die Abora Saga


07. Januar 2010

Abora Filmpremiere


05. Januar 2010

Schilfboot auf der Leinwand


29. Mai 2009

Gräfin Sandra Bernadotte segelte mit Görlitz im prähistorischen Schilfboot

"Dilmun IV" hat Bodensee-Test für "Abora IV"- Expedition auf Atlantik bestanden - Graf Lennart Bernadotte produzierte 1951 Film über Thor Heyerdahl mit "Kon-Tiki"

MAINAU / CHEMNITZ. fsf/ Auf Segeltörn mit dem Schilfboot „Dilmun IV” war Gräfin Sandra Bernadotte mit dem bekannten Experimentarchäologen Dominique Görlitz. Sechs Tage testete der Archäologe aus Chemnitz auf dem Bodensee das sechs Meter Schilfboot, das die Aymara- Indianer vom Titikakasee im letzten Jahr nach historischer Vorlage gebaut hatten. Das 1,2 Tonnen Schiff mit Doppelrumpf ist Vorlage für die zukünftige Expedition mit dem 12 Meter langen Original „Abora IV” mit Gewicht von zehn Tonnen von New York über den Atlantik zu den Kanaren. Für die gräfliche Familie Bernadotte von der Bodenseeinsel Mainau ist der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz kein Unbe- kannter, war doch sein wissenschaftlicher Ziehvater der Norweger Thor Heyerdahl ein Freund von Graf Lennart Bernadotte. Im Jahre 1951 produzierte Graf Lennart mit seinen Partnern von der Firma „Artfilm” den Doku- Film „Kon- Tiki” über die Expedition von Thor Heyerdahl und erhielt einen Oscar.

Die frisch angeheiratete Gräfin Sandra Bernadotte, Gattin von Graf Björn Bernadotte, empfing am Samstag letzter Woche auf dem Mainau-Schloss den Experimentalarchäologen Dominique Görlitz mit sechsköpfigen Crew von Schilfboot „Dilmun IV” sowie „Steinzeit- Uhldi” Mathias Krauss von den Pfahlbauten Unteruhldingen. Der bekannte Chemnitzer Archäologe Görlitz war zum Pfahlbau-Event „Living- History” mit Veranstalter von sieben europäischen Freilicht-Museen an den Bodensee gekommen, wobei 10.000 Jahre lebendige authentische Geschichte gezeigt und gelebt wurde.

Im Schloss erzählte Gräfin Sandra von der Mainau- Saisoneröffnung 2009 mit Motto „Hundert Jahre Graf Lennart Bernadotte mit Auftakt „Zwei Naturfreunde” Graf Lennart Bernadotte und Thor Heyerdahl mit Bild und Schrifttafeln. Hierzu schwamm in einem kleinen Teich inmitten Tausender Orchideen ein „Kon-Tiki” -Nachbau im Kleinformat. Im Original überquerte der Norweger 1946/47 von den Kanaren aus den Atlantik. Beweisen wollte er, das bereits in der Steinzeit ein Handel von der Alten Welt (Europa) in die Neue Welt (Amerika) über die Meere möglich war. Zum 80. Geburtstag schenkte Thor Heyerdahl dem Freund Graf Lennart und der Mainau seltene Toromiro- Baume aus den botanischen Gärten von Göteborg. Den Samen hatte der Norweger von der „Kon- Tiki” Expedition von Peru nach Polynesien von den Osterinseln mitgebracht. Der Baum wächst heute als Top- Rarität im Mainau-Palmenhaus.

Das Testboot auf dem Bodensee wiegt 1,2 Tonnen, wobei das Schilf am Tag 600 Kilo Wasser tankt.

26. Mai 2009

Experimentalarchäologe Görlitz testet Schilfboot auf Bodensee für Expedition

Vor Zwei Jahren Weltschlagzeilen mit „Abora III” von New York über den Atlantik - Chemnitzer will Handel in der Steinzeit über die Weltmeere beweisen

UNTERUHLDINGEN / CHEMNITZ. fsf/ Mit „Dilmun IV”, einem prähistorischen Schilfboot, ist derzeit der bekannte Chemnitzer Experimentalarchäologe Dominique Görlitz auf dem Bodensee auf Testfahrt. Vor zwei Jahren machte er mit einer größeren Version, der „Abora III” weltweite Schlagzeilen als er mit dem 12 Meter Schiff, vier Meter breit und 10 Tonnen schwer, mit einem Rahsegel von 60 qm gegen den Wind von New York mit Ziel der Kanaren über den Atlantik segelte. Nach 4400 Kilometern musste er aufgrund von Stürmen bis zehn Windstärken aufgeben. Be-weisen wollte Görlitz, das bereits in der Steinzeit ein regelmäßiger Handel von der Neuen in die Alte Welt nach Afrika beziehungsweise Ägypten möglich war. Vor dem Chemnitzer Experimentalarchäologen Dominique Görlitz war der norwegische Schiffsarchäologe Thor Heyerdahl 1946/47 mit „Kon-Tiki” sowie der „RA 1″ und „RA 2″ 1969/79 sowie der „Tigris” 1977/78 die Strecke in entgegensetzter Richtung mit den Winden im Kanarenstrom, was als relativ unproblematisch gilt, gesegelt. Mit den Expeditionen wollte er vor Görlitz beweisen, dass ein Handel bis Kulturaustausch über die Meere bereits in der Steinzeit möglich war, wobei er die Antwort nach Warentausch retour in die Alte Welt schuldig blieb.

Bei dem History- Festival der Pfahlbauten Unter- uhldingen war Domini- que Görlitz mit dem Schilfboot „Dilmun IV” dabei. Jetzt testet er das Schiff mit einer Crew von sechs Personen auf dem Bodensee. In Wieder- holung bereitet er sich auf den Experimental- Törn „Abora IV” im Jahre 2010 vor. Gleich 2007 mit „Abora III” will er von New York der Neuen Welt gegen den Wind auf die Kanaren in die Alte Welt segeln. Ist das Testboot gerade sechs Meter lang, wird das Original„Abora IV” mit Kajüte und Sei- tenschwertern, wie der Vorgänger, an die 12 Meter lang.

Gebaut werden die Schiffe am Titikakasee in prä- historischer Bauweise aus Schilf von den Aymara- Indianern. Diese fertigen ihre Doppelrumpfschiffe bis zum heutigen Tage ähnlich wie die alten Ägypter an. Dabei werden viele kleine Schilfrollen in einem Baugerüst zu zwei großen Kompaktbündeln verschnürt, zwischen die eine kleinere, dritte Rolle, gelegt wird. Mit zwei unendlichen spiraligen Tauen werden dann alle drei Hauptrollen zusammengezogen, so dass sich die beiden großen Rollen fest an die dünne in der Mitte schmiegen. Das besondere an dieser Bootskonstruktion ist ihre Unsink- barkeit.

Der Segeltörn mit Gräfin Sandra Bernadotte war für den Experimentalarchäologen Dominique Görlitz Abschied vom Bodensee. Das Testschilfboot „Dilmun IV” soll zukünftig im Nationalpark Hainich in Weberstett - Thüringen als Dauerleihgabe in einer „Abenteuerausstellung” zu sehen sein.

Für Görlitz ist jetzt wieder Alltag mit Vortragsreihen sowie Vorbereitung auf die „Abora IV”- Expedition, die im nächsten Jahr von New York auf die Kanaren geplant ist. Es ist der zweite Versuch gegen den Wind. Vor zwei Jahren scheiterte er mit „Abora III” aufgrund von heftigen Stürmen mit über zehn Windstärken nach 4.400 Kilometern. Beweisen will er nach wie vor, dass bereits in der Steinzeit ein reger Handel über die Weltmeere in jeder Richtung möglich war, was Kreide- zeichnungen in Höhlen sowie später in Ägypten dokumentieren. Seine Aussage: „Die Fahrt von Afrika nach Amerika”, womit er Thor Heyerdahl meint, „über die Südroute ist relativ einfach: Der kräftige Äqua- torialstrom und permanente Passatwinde treiben alles, was schwimmt, auch ohne Crew, über den Atlantik. Aber wie kamen die Seefahrer vor 14.000 Jahren zurück nach Afrika?” Mit der Expedition „Abora IV” will er die Antwort geben, wobei er hierfür noch Sponsoren sucht.

26. April 2008

Abora III erhält Sonderpreis

Mit einer besonderen Ehrung des Segler-Verbandes Sachsen e.V. würdigte der Deutsche Seglerverband mit einem Sonderpreis die Atlantik-Überquerung mit dem Schilfboot ABORA III. Dominique Görlitz nahm stellvertretend für seine ganze Crew den Preis in Empfang. Im Anschluss hielt er den Festvortrag für die Mitglieder und weiteren Preisträger des Segler-Verbandes Sachsen im Bootshaus Radebeul an der Elbe.

Urkunde

23. April 2008

Eintrag ins goldene Buch der Stadt Chemnitz

Am 23. April 2008, ein Jahr nach der offiziellen Verabschiedung des Expeditionsteams im April 2007 hieß Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig den Expeditionsleiter Dominique Görlitz und seine Crew im Rathhaus willkommen. Der Abend stand unter dem Motto "Dominique Görlitz als Botschafter der Stadt Chemnitz". Am Anfang erklärte die Oberbürgermeisterin sowie Dominique Görlitz die Verbindung zwischen der ABORA und der Stadt Chemnitz. Die Moderation übernahm Conny Hartmann von Radio Chemnitz, die die Geschichte von ABORA in Chemnitz als auch Ausblicke auf künftige Zusammenarbeit herausarbeitete. Frau Oberbürgermeisterin Ludwig erklärte, dass Chemnitz das Landesmuseum für Archäologie bekommen wird: "Und wo, wenn nicht dort, sollte die Verbindung zwischen ABORA und Chemnitz besser dargestellt werden können".

Im zweiten Teil der Diskussionsrunde schilderten Görlitz und einige Crewmitglieder ihre Erlebnisse und Erfahrungen der Expeditionsreise. Die Crewmitglieder Andrea Müller und Ingo Isensee beschreiben tägliche Situationen zwischen Flauten und Stürmen. Zwischen den jeweiligen Diskussionsblöcken wurden Teile des ABORA Dokumentarfilms gezeigt.

Als besonderen Höhepunkt des Abends durften sich Dominique Görlitz und die Crew ins goldene Buch der Stadt eintragen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gratulierte Dominique Görlitz für seine erfolgreichen Expeditionen und wünsche ihm für die mögliche ABORA IV alles Gute.

18. April 2008

New York Reise

Vom 05. April bis 18. April 2008 waren Dominique Görlitz und Michael Grünert zu Besuch in New York und New Jersey. Ziel der Reise waren Vorträge, die Suche nach einem Bauplatz für eine mögliche ABORA IV Expedition sowie der Besuch von Freunden und Helfern der ABORA III Expedition.

Einer der Vortragshöhepunkte war die Rückgabe der Explorers Club Flagge N° 49, die die ABORA III Crew auf ihrer Seereise über den Atlantik mitführte. Zum Vortrag waren nicht nur viele Gäste und amerikanische Freunde gekommen. Als besondere Gäste nahmen Norman Baker (Navigator RA & TIGRIS) und John Lorrett (Aku Aku Expedition von Thor Heyerdahl) die Flagge entgegen. Die Überraschung auf Seiten des Explorers Club war groß, als sie die Sturm gebeutelte Explorers Club Flagge in Empfang nahmen. Gleichzeitig wurde auch die Flagge des Frauen Explorers Club WINGS im Auftrag unserer beiden weiblichen Mitseglerinnen Sabrina Lorenz und Andrea Müller zurückgegeben. Dominique Görlitz, der seit 2003 Mitglied im Explorers Clubs ist, erhielt auch eine Einladung in den EC Philadelpia, wo weitere wichtige Kontakte, u.a. zum National Museum of American History geknüpft wurden.

Ein weiterer wichtiger vor Ort Termin war die Besichtigung des Liberty State Parkes in Jersey City, NJ, in dem auch die Freiheitsstatue steht. Hier könnte sich der nächste Bauplatz einer möglichen ABORA IV Expedition befinden. Es wurden Anfragen an die Leitung des Parks als auch das Liberty Science Centre gestellt. Die Ergebnisse dieser Entscheidungen werden in den nächsten Wochen erwartet und können Klarheit über die Verwirklichungskriterien schaffen.

In den zwei Wochen der New York Reise wurden viele Freunde, Förderer und Helfer besucht. Besuche im Liberty Harbor Marina und Manhattan standen an. Ein wichtiger Programmpunkt waren die Treffen mit der Geschäftsführung von Aqua Survey Inc.. Dominique Görlitz und Michael Grünert setzten wir mehrfach mit Ken und Garrett Hayes zusammen, um die Möglichkeiten einer gemeinsamen Projektfortsetzung bis hin zu ABORA Darstellung in den USA zu diskutieren. 2007 hatte Ken Hayes der ABORA Expedition mehrere Schlepper auf dem Hudson gesponsert und viele Kontakte hergestellt.

Als letztes Highlight stand ein Treffen mit unseren irischen und equadorianischen Freunden Frances und Sacha im Manhattan Nightclub "Lilly Coogan's" auf der Tagesordnung. Es gab wie immer tolle Musik und jede Menge alte Bekannte, die neugierig den Geschichten über Sturm, Flaute und Sonnenuntergänge lauschten.

Die Reise nach New York und New Jersey gestaltete sich mehr als nur ein emotionales Treffen. Es stellte sich als sicher heraus, dass ABORA III in Amerika jede Menge Freunde und keine verbrannte Erde hinterlassen hat. Beides wichtige Voraussetzungen, um in naher Zukunft den Grund für eine zweite Schilfbootexpedition vorzubereiten.

01. April 2008

Filmpremiere in Wiesbaden und Oslo

Die englische Fassung des ABORA III Dokumentationsfilms wurde am 02.04.2008 in Oslo erstmalig gezeigt. Der Film war der Eröffnungsbeitrag beim Filmfestival “Early Man and the ocean” im Kon-Tiki Museum. Außerdem war es die bestbesuchteste Vorstellung des gesamten Festivals. Unter dem selben Titel fand zur gleichen Zeit auch eine Konferenz statt. Dominique Görlitz präsentierte seine Ergebnisse und Erfahrungen als Expeditionsleiter vor einem internationalen Auditorium. Unter den Besuchern waren Bengt Johnson (Filmproduzent vieler Heyerdahlfilme), Teilnehmer der Tangaroa Expedition, Teilnehmer der Glendelough Expedition sowie Mitglieder der Heyerdahl Familie. Thor Heyerdahl Jr. gratulierte Görlitz zu seiner Expedition und seiner daraus gewonnenen Erfahrung. Außerdem gab er einen Einblick in das Leben seines Vaters.

Am 28.03.2008 wurde in der Wiesbadener Filmbühne die Premiere des ABORA III Dokumentarfilms gefeiert. Unter den 350 geladenen Gästen befand sich die ABORA Crew, das Filmteam, ZDF Programmchefs und Förderer des Projekts. Die TV Premiere gab es dann am 30.03.2008. Mit einer Einschaltquote von 12,9% am Sonntagabend waren sowohl das ZDF als auch das ABORA Team sehr zufrieden. Im anschließenden Chat wurden die Fragen von Abenteuerlustigen, Wissenschaftlern und Anhängern der Expedition beantwortet. Der Chat verlief sehr spannend und wurde von den ABORA Mitgliedern als sehr positives Echo auf ihre Expedition gesehen.

27. Januar 2008

ABORA III Expedition - Sturmfahrt über den Nordatlantik

Das ABORA Team um Expeditionsleiter Dominique Görlitz präsentierte erstmalig in Deutschland zur BOOT Show Düsseldorf 2008 Crew und Erfahrungen aus der spannenden ABORA III Expedition vom Sommer 2007.

Der Start der ABORA III von New York sorgte im Sommer 2007 für weltweites Aufsehen. Die Projektgruppe stellte sich das Ziel, zum ersten Mal in der Neuzeit den Atlantik von West nach Ost zu überqueren. Diese Route ist durch plötzliche Windwechsel, schwierige Strömungsbedingungen und heftige Stürme charakterisiert. Die Fahrt des Steinzeitseglers gestaltete sich als richtiges Abenteuer, denn das Team der vorzeitlichen Segler musste mehrere schwere Unwetter bestehen. Erst das 12. Sturmtief zerbrach das Heck, was das Team durch einen Umbau kompensierte, um die Fahrt noch 220 Meilen in Richtung Azoren fortzusetzen. Als sich Anfang September die Wetterbedingungen immer noch nicht besserten, entschied sich der Expeditionsleiter, die Fahrt vorzeitig zu beenden. Dennoch hatte die Seereise der ABORA III gezeigt, dass ein frühgeschichtliches Segelfloß in der Lage ist, mehrere Stürme und 2410 Seemeilen zu überwinden.

messeboot

Die diesjährige Düsseldorf BOOT nutzte das ABORA Team, um für eine neue Expedition zu werben. Alte Sponsoren, wie die BOOT Düsseldorf, Marinepool und SatPro, aber auch neue Förderer bieten an, an dem neuen Hochseeabenteuer teilzuhaben. So erhielt der Expeditionsleiter Einladungen nach Dubai, Russland und Frankreich, seine Erlebnisse dort einem internationalen Publikum vorzustellen. Mit den Erfahrungen von ABORA III und den neuen Kontakten zum Deutschen Super Yacht Verband sollte es möglich sein, in den nächsten Jahren eine verbesserte ABORA IV auf die Reise zu schicken, die dann erfolgreich den Nordatlantik überqueren wird.

Doch bevor es soweit ist, veröffentlicht das ZDF den Expeditionsfilm der abenteuerlichen Sturmfahrt der ABORA III über den Nordatlantik. Am Sonntag, den 30.03.2008, um 19.30 Uhr in "ZDF-Expeditionen" können Sie die 45minütige Dokumentation sehen.